Ich habe lange überlegt ob ich diesen Blog überhaupt schreiben soll. Kommt mir irgendwie weinerlich vor und es ist nicht meine Art Bad Beats nachzuheulen.
Dann ist mir aber aufgefallen, dass ich euch gar keine Bad Beats erzählen muss, sondern die Mathematik sprechen lassen kann. Und da wird es ja im Poker schon interessanter. Auch wenn viele sagen würden – Mathe – da ist mir eine Badbeatstory fast schon lieber.
Ich habe seit gestern Mittag 4500 Hände Pot Limit Omaha gespielt. Bei den vielen Bad Beat Geschichten die mir im Chat auf Pokerstars kundgetan werden, wird es vielleicht den ein oder anderen freuen zu hören wie es mir ergangen ist. Die rote Linie ist die EV (das Ergebnis wenn man alle All ins fair berechnet) und die grüne ist mein tatsächlicher Gewinn.

Ich habe solide vierzehn Buyins verloren.
Und wer mich kennt weiß, dass ich mich immer für das Maximum einkaufe. Shoutout and die Shortstacker: Ihr seid süß und habt keine Eier.
Jeder weiß, dass Pot Limit Omaha ein Spiel mit ordentlich Schwingungen ist, aber die letzten zwei Tage haben mich diese Schwingungen einmal genauer ansehen lassen.
Set gegen zwei Paar und Flushdraw, rein die Chips.
Set gegen kleineres Set mit Straightdraw, rein die Chips.
Set gegen kompletten Wrap, rein die Chips. Und so weiter und so fort.
Es gibt also viele Pötte in denen viele Chips gesetzt werden. Mathematisch ausgedrückt, unser Spiel besitzt eine hohe Standardabweichung. Zum Glück habe ich jetzt ein Datenbankprogramm, dass mir auch meine Standardabweichung in BB/100 Hände anzeigt. Bei mir liegt der Wert bei Omaha ungefähr auf 143.
Ein paar Spielereien mit dem Varianzrechner auf http://www.castrovalva.com/~la/win.htm haben ergeben, dass die Wahrscheinlichkeit für so eine Schwingung bei um die Zehn Prozent liegt. Wenn ich so schlecht spiele wie ich es getan habe (ungefähr breakeven, EV-technisch gesehen) also gar nicht sooo unwahrscheinlich.
Es ist klar, dass man nicht perfekt spielen kann, wenn einem jedes All-in um die Ohren fliegt. Normalerweise sollte die rote Linie auf dem Graphen nach oben gehen, egal was die Grüne macht. Aber in so einem Downswing gibt es doch den einen oder anderen Fehler.
Manche Spieler tilten und stellen zu leicht rein, ich bluffe eher zu wenig oder gerade an den falschen Stellen.
Hätte ich normal gespielt (angenommen 2,5 PTBB), sollte die Wahrscheinlichkeit für so einen Lauf eher um die drei Prozent liegen. Selbst das kann passieren.
Moral aus der Geschicht, aufgeben darf man nicht. Selbst die gröbsten Schwingungen basieren auf Mathe kombiniert mit suboptimalen Spiel.
Sie sind keine Strafe Gottes für nicht hinuntergebrachten Müll oder Verschwendungssucht.
Ich mache mir jetzt meine teuerste Flasche Wein auf. Morgen analysiere ich weiter mein Spiel und dann geht es zurück ans werkeln.
Prost, George.





Good Luck
Sehr interessanter Blogeintrag. Finds super den Downswing nicht direkt auf Bad-Beats zu schieben, sondern das Spiel weiter zu analysieren und sich mehr mit der Mathematik zu beschäftigen. Glaube das machen die wenigsten Spieler! Also viel Erfolg beim weiteren verbessern des Spiels und der nächste Upswing kommt bestimmt
Wie, die teuerste Flasche Wein? Ohne mich??
Da ist man mal für ein Coaching ein paar Tage weg, und der Wein dann auch. Grrr…
[...] Dieser Eintrag wurde auf Twitter von Ralph Klement und Ralph Klement, George Danzer erwähnt. George Danzer sagte: Ein wenig Mathe gepaart mit Omaha ergibt einen interessanten Blog. (Für Omahaspieler). -> http://bit.ly/cUeH3V [...]
Hi,
ich spiele zwar kein omaha hi, aber PL NL hi low…
solltest du zeit finden schau dir mal den juni beitrag Sick von mir an, das ist die kurve der letzten 35K hände…
Sollte ich dich mal bei einer EPT sehen, werde ich dich auf jeden Fall mal ansprechen
bis dahin gl
Tobi