George Danzer

pusteblume. Dieser Name sagt schon alles.
Als ich George das erste Mal getroffen habe, da hab ich ihn unterschätzt. Netter, bayrischer Typ, dachte ich mir. Aber harmlos. Wie sein Online-Nick „pusteblume“ eben.
Nett? Sicherlich. Aber eben einer der loyalsten, friedfertigsten, ausgeglichensten Menschen, die ich kenne. Wer George schon mal auf Tilt erlebt hat, der lügt. Man schaue sich nur seinen Auftritt am Feature Table der World Series of Poker 2006 an. Innerhalb von zwei Stunden kassiert er 2 große 80:20 bad beats für jeweils den Chiplead im Main Event 2006. Beim ersten lässt er sich kaum was anmerken. Beim zweiten braucht er ein bisschen länger, nämlich die Zeit für einen kurzen Rundgang durch die Turnierarea. Als er zurückkommt, lächelt er seinen Gegner an. Und zwar ehrlich. Weiter geht‘s.
Harmlos? Sicher nicht. George ist einer der gefährlichsten und furchtlosesten Pokerspieler in Deutschland. Er spielt alle Spiele, ob Omaha Hi Lo, Razz, 2-7 NL oder limit, oder eben No Limit Holdem. Bei den großen online Turnierserien auf Pokerstars ist er fast immer in den Top 5 des Leaderboards. Noch dazu ist er mutig genug, die höchsten Limits und die stärksten Spieler zu spielen. Ab und zu muss man ihn davon abhalten, seine gesamte Bankroll zu setzen. Und für eine gute Side Bet ist er immer zu haben, sei es auf Geschicklichkeitsspiele (Münze in Glas flippen), Schätzungen (wie viel kostet z.B. eine Profi-Kamera) oder reines Gambling (High Card).
Nur gegen den FC Porto wird er nie setzen.
Sein Verständnis von Poker ist manchmal erschreckend groß.
Noch größer ist nur sein Verständnis von Freundschaft. Wenn man ihn braucht, ist er da. Egal wann, egal wo und egal zu was.
Gut, manchmal kommt er auch vorbei, wenn man ihn gar nicht brauchen kann. Aber das ist eine andere Geschichte…
Jan Heitmann

In einem Lokal sitzt ein blonder Typ. Kann noch ein paar Pfund vertragen aber ein charmantes Lächeln auf den Lippen. Tut keiner Fliege etwas zuleide. Ordentlich angezogen wie nur bei Boss und ähnlichem eingekauft. Hört bestimmt kommerzielle Musik und schwierig ein Gesprächsthema zu finden um ihn anzubaggern.
Das ist zum Glück nicht die Aufgabe. Man will sich über Las Vegas, die World Series und Poker im Allgemeinen unterhalten. Geht, denn selbst als Profi wird ihm sein Lieblingsthema niemals langweilig und auch zum 777sten Mal erklärt er Poker, inklusive Spieltheorie, Glück und Psychologie.
Es gibt wenige deutsche Pokerspieler die schon länger die Kasinos Europas bereisen. In Wiesbaden, noch während des Studiums versucht er die ersten Mark in die Glückspielindustrie zu stecken aber mit ein wenige Talent und Theorie aus Büchern schafft er es sich erst einmal über Wasser zu halten.
Nach abgeschlossenem Studium in einer dieser ordentlichen Wirtschaftsunis geht er dann optimistisch auf Reise, die sich auch noch durch Poker finanzieren soll.
Das funktioniert und wird vom Hobby zum Beruf oder besser gesagt zur Berufung. Und mehr als das Pokerspiel an sich verehrt er die Unterhaltung. Besser und kurzweiliger kann man Poker nicht lernen als von einem, der auch noch jede beliebige Karte per Magie direkt aus der eigenen Hand in den Mund oder aus dem Ohr wieder heraus zaubern kann.
Nach einem zweiten Platz bei einer Sunday Million auf Pokerstars bei der er sich nur Carlos Mortensen geschlagen geben musste geht es auch mal zur WSOP nach Las Vegas und auf Pokertour durch Europa.
Mit dem Amerikanischen Pflaster wird er nicht glücklich, auch wenn sich die Verletzungen in Grenzen halten, weil er kein ultimativer Gambler ist. Immer schön innerhalb der Bankroll spielen, nur ab und zu zu einem größeren Turnier überreden lassen. Macht ja auch Spaß.
In Europa läuft es aber mit vielen EPT deep runs und einem fast-Turniersieg in London.
Zur Zeit ist sein Brot- und Butterspiel Pot Limit Omaha auf mittleren stakes,
Und zur nächsten World Series ist er wieder motiviert.




